Studie: Jugend in Deutschland 2026 – ein Fünftel will auswandern
Dauerkrisen, unsichere berufliche Perspektiven, Schulden und mentaler Stress prägen die Lebenslage vieler junger Menschen. Als Reaktion wenden sie sich den politischen Rändern zu oder denken sogar daran, Deutschland zu verlassen. Das ist die zentrale Botschaft der neunten Trendstudie „Jugend in Deutschland 2026“ von Studienleiter Simon Schnetzer, Sozialforscher Dr. Kilian Hampel von der Universität Konstanz und Nina Kolleck, Professorin für Erziehungs- und Sozialisationstheorie an der Universität Potsdam. Die Trendstudie basiert auf einer soziografisch repräsentativen Online-Befragung von rund 2.000 jungen Menschen im Alter von 14 bis 29 Jahren und wurde am 25. März veröffentlicht.
Die psychischen Belastungen der jungen Generation bleiben laut Trendstudie auch im Jahr 2026 wie in den Vorjahren auf einem hohen Niveau. Am häufigsten berichten junge Menschen weiterhin von Stress (49 Prozent), gefolgt von Erschöpfung (36 Prozent), Selbstzweifeln (32 Prozent) und Antriebslosigkeit (30 Prozent). Der Anteil junger Menschen, die angeben, psychologische Unterstützung zu benötigen, erreicht demnach mit 29 Prozent einen neuen Höchstwert (2025: 24 Prozent). Noch höher ist dieser Wert mit 32 Prozent bei Studierenden.
In der Studie heißt es bilanzierend: „Entscheidend für das Wohl der jungen Generation wird es sein, Räume zu schaffen, in denen junge Menschen lernen, konstruktiv mit Belastungen umzugehen und Zuversicht für ihren Blick auf die Zukunft zu gewinnen.“ Zwei wichtige Voraussetzungen dafür seien die immer wieder von jungen Menschen eingeforderte Beteiligung bei Krisen und wichtigen Entscheidungen sowie die Förderung von mentaler Gesundheitskompetenz in Schule, Ausbildung und Studium.
Quelle: Forschung & Lehre online
