Kinder- und Jugendschutz für NRW

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Eltern im Gespräch

Ab welchem Alter ein Smartphone? Wie viel Fernsehen ist sinnvoll? Welche Regeln brauchen wir? Im Alltag von Familien geht es täglich um Medien und Fragen der Erziehung. Hier setzt Elterntalk NRW an und bringt Eltern miteinander ins Gespräch. Eltern treffen sich im privaten Rahmen und tauschen sich zu Erziehungsthemen aus. Dabei werden sie von geschulten Moderator*innen begleitet.

Der typische Ablauf sieht so aus: Mit Bildkarten und offenen Impulsfragen zu einem Erziehungsthema wird ein Gespräch in der Elterngruppe angeregt und so der Austausch untereinander gefördert. Die verschiedenen Meinungen und Erziehungsmethoden stehen gleichwertig nebeneinander. Die Eltern profitieren von den Erfahrungen und Tipps anderer Mütter und Väter.

Aktuelle Infos zum Projekt auf www.elterntalk-nrw.de.

 

Niedrigschwellige Elternarbeit – Dialogische Gesprächsführung

Elterntalk hat einen niedrigschwelligen Ansatz, der Zugänge zu Eltern und Familien schafft, die sonst keine öffentlichen Angebote und Veranstaltungen wahrnehmen. Durch Mund-zu-Mund-Propaganda werden bekannte und befreundete Mütter und Väter zu Gesprächskreisen über

Erziehungsthemen in private Runden eingeladen. Geleitet wird ein Talk von einer Moderatorin, die in dialogischer Gesprächsführung ausgebildet wurde. Die wertschätzende Haltung gegenüber Eltern und ihrem Erziehungsalltag ist ein wesentlicher Grundsatz von Elterntalk.

Die Dialogische Gesprächsführung hat eine ressourcenorientierter Grundlage, die die vorhandenen Stärken eines jeden Elternteils hervorhebt. Die niedrigschwellige Elternarbeit stärkt Mütter und Väter in ihrer Erziehungskompetenz, damit sie ihre Kinder im Alltag besser fördern und begleiten können.

 

Getalkt wird in vielen Sprachen

Fast alle der zwanzig Moderatorinnen aus der Pilotphase von Elterntalk NRW sind mehrsprachig und können Eltern Gesprächsrunden in ihrer Familiensprache anbieten. Die teilnehmenden Eltern der Pilotphase sprechen 19 verschiedene Sprachen (deutsch, arabisch, kurdisch, somalisch, türkisch, serbokroatisch, tschechisch, hindi, berberisch, französisch, marokkanisch, russisch, tamil, thai, albanisch, tigrinja, griechisch, persisch, slowenisch).

Dabei gibt eine Elterntalk-Moderatorin keine Lösungen vor. Sie ist strukturierend tätig und sorgt für eine faire Gesprächskultur. Sie hat eine Art „Hebammenfunktion“, indem sie die Ressourcen einer Gruppe wie einen Schatz „heben“ hilft. Devise ist: Die teilnehmenden Eltern einer Gesprächsrunde sind die inhaltlichen Expert*innen, nicht die Moderatorin! Sie ist die methodische Expertin und steckt den Rahmen ab, damit die Teilnehmer*innen zu ihren Lösungen kommen.

 

Regionale Netzwerke

Elterntalk NRW entwickelt sich über das Land verteilt an immer mehr Standorten. Es entstehen regionale Elterntalk-Netzwerke. Koordiniert wird das Projekt von der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW. Das Elterntalk-Team bei der AJS hat zu den jeweiligen Talkthemen Methoden zum Gesprächseinstieg entwickelt und bietet Schulungen und Fachveranstaltungen an.

Vor Ort ist der jeweilige Standortpartner, also beispielsweise ein Jugendamt, ein Wohlfahrtsverband oder ein anderer kommunaler Träger für die Umsetzung von Elterntalk verantwortlich. Er bestellt eine Regionalbeauftragte, die als pädagogische Fachkraft für Schulung und Begleitung von Moderatorinnen zuständig ist.