Kinder- und Jugendschutz für NRW

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Aktuelles/ 04.05.2026

Neue Studie: Jugendbeteiligung als funktionale Copingstrategie

Junge Menschen wachsen in einer Zeit multipler Krisen auf. Die JuCo-Studie der Universität Hildesheim zeigt deutlich, wie stark diese Entwicklungen das Erleben und Wohlbefinden junger Menschen prägen: 51,1 Prozent der Befragten sorgen sich, dass in Deutschland Krieg herrschen könnte, und 74,4 Prozent sehen die Demokratie in Gefahr. Gleichzeitig sind 60,8 Prozent politisch interessiert. Doch dieses Interesse trifft auf ein deutliches Defizit an Resonanz: 63,9 Prozent der Jugendlichen glauben, ihre Lebenssituation sei für Politiker*innen nicht wichtig, 70,3 Prozent haben den Eindruck, dass ihre Sorgen nicht gehört werden. Demgegenüber steht ein klar formulierter Wunsch: 80,5 Prozent wünschen sich mehr politische Mitbestimmung. Diese Diskrepanz zwischen Interesse und Einflussmöglichkeiten markiert ein zentrales Spannungsfeld jugendlicher Lebenswelten.

Für die Praxis der Jugendsozialarbeit ergibt sich daraus ein klarer Auftrag: Es braucht Räume, in denen junge Menschen gehört werden und in denen sie echte Mitgestaltungsmöglichkeiten haben. Wer jungen Menschen diese Räume eröffnet, stärkt nicht nur ihre individuelle Bewältigungsfähigkeit, sondern auch ihre gesellschaftliche Teilhabe. Die JuCo-Studie formuliert dabei einen deutlichen Handlungsimpuls: Es braucht eine „Neusensibilisierung gegenüber der jungen Generation“ – nicht nur lokal, sondern auch auf politischer Ebene.

Quelle: Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit / jugendsozialarbeit.news