Soziale Medien: Jugendliche wollen Schutz statt Verbote
In der Debatte über die Auswirkungen Sozialer Medien auf Kinder und Jugendliche werden immer wieder Verbote gefordert. Selten kommen dabei diejenigen zu Wort, um die es vorrangig geht: Kinder und Jugendliche selbst. Das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von über 1.000 Jugendlichen im Alter von 14 bis 16 Jahren für UNICEF Deutschland zeigt: Jugendliche in Deutschland haben eine differenzierte Meinung zu Risiken und Nutzen der sozialen Medien. Sie lehnen Verbote für ihre Altersgruppe mehrheitlich als nicht sinnvoll ab – und fordern vor allem besseren Schutz auf den digitalen Plattformen.
Positiv betrachten die Befragten vor allem die soziale Verbindung durch soziale Medien: 82 Prozent nutzen soziale Medien, um mit Freund*innen oder anderen ihnen wichtigen Menschen in Kontakt zu bleiben. 74 Prozent bekommen dort neue Ideen oder Inspiration. Gleichzeitig benennen die Jugendlichen klar, welche negativen Seiten sie bei sozialen Medien sehen: 74 Prozent verlieren auf den Plattformen häufig das Gefühl für die Zeit. Als größte Risiken nennen sie Mobbing, Hass und Beleidigungen (50 %), zu langes Scrollen, ohne aufhören zu können (44 %), sowie Falschinformationen und Fake News (42 %). Obwohl die Jugendlichen die Risiken sozialer Medien klar benennen, lehnen sie pauschale Verbote für ihre Altersgruppe mehrheitlich ab: Nur 26 Prozent halten ein Verbot sozialer Medien für unter 16-Jährige für sinnvoll. Anders sieht es mit Blick auf jüngere Kinder aus: Einer Altersgrenze für unter 14-Jährige stimmen 55 Prozent der befragten Jugendlichen zu. Die Befragten haben klare Vorstellungen davon, wie sie besser geschützt werden könnten. 42 Prozent sehen vor allem die Plattformen in der Verantwortung. 25 Prozent sagen, es sei eine gemeinsame Aufgabe – einschließlich der Jugendlichen selbst. Nur 15 Prozent sehen den Staat bzw. die Politik in erster Linie in der Verantwortung, 11 Prozent die Eltern.
Quelle: UNICEF
