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Aktuelles/ 07.09.2026

Jahresbilanz 2025: 623 rechte Angriffe in NRW

Die unabhängigen Betroffenenberatungsstellen OBR und BackUp haben im Juli ihre Jahresstatistik rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Nordrhein-Westfalen veröffentlicht. Die Zahlen für das Jahr 2025 zeichnen ein alarmierendes Bild: Mit 623 dokumentierten rechten Angriffen wurde der historische Höchststand des Vorjahres (seit Erfassung durch die Opferberatungsstellen) erneut überschritten. 724 Menschen wurden unmittelbar Opfer rechter Gewalt. Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die die Beratungsstellen seit mehreren Jahren beobachten: Rechte, rassistische und antisemitische Gewalt verfestigt sich in Nordrhein-Westfalen auf einem alarmierend hohen Niveau.

Aus Sicht von OBR und BackUp braucht es jetzt entschlossenes politisches Handeln. Die Beratungsstellen fordern einen wirksamen Schutz von Betroffenen und besonders gefährdeten Gruppen, eine dauerhaft gesicherte Finanzierung unabhängiger Betroffenenberatungsstellen, die konsequente Anerkennung rechter, rassistischer und antisemitischer Tatmotive durch Polizei und Justiz sowie eine klare politische Auseinandersetzung mit der zunehmenden Normalisierung von Rassismus, Antisemitismus und anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

„Rechte, rassistische und antisemitische Gewalt entsteht nicht im luftleeren Raum. Sie entwickelt sich in einem gesellschaftlichen Klima, in dem menschenfeindliche Ideologien verbreitet, relativiert oder politisch instrumentalisiert werden. Wer Betroffene schützen will, muss deshalb nicht nur die Taten verfolgen, sondern auch den Bedingungen entgegentreten, die diese Gewalt begünstigen. Demokratie zeigt sich daran, ob alle Menschen ohne Angst am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.“ (Fabian Reeker, Projektleitung Opferberatung Rheinland). 

Statements der Betroffenenberatungsstellen in NRW zur Jahresbilanz 2025

Quelle: Opferberatung Rheinland