UNICEF-Studie zum Wohlbefinden von Kindern: Deutschland schneidet schlecht ab
Das Wohlbefinden der Kinder in Deutschland ist im internationalen UNICEF-Vergleich unterdurchschnittlich: Platz 25 von 37 umfassend bewerteten Ländern. Damit liegt Deutschland wie schon im letzten Bericht des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen im unteren Mittelfeld. Das zeigt die neue Studie des UNICEF-Forschungsinstituts Innocenti zum kindlichen Wohlbefinden in Ländern der EU und OECD. Im Durchschnitt der von UNICEF untersuchten Länder lebt fast jedes fünfte Kind in Einkommensarmut. Auch für Deutschland zeichnet die Studie ein besorgniserregendes Bild. Die Kinderarmutsquote stagniert seit Jahren bei hohen 15 Prozent.
Die Studie zeigt, wie sich Chancenungleichheit auf die Lebensrealität von Kindern auswirkt. Kinder aus besser gestellten Familien haben nicht nur bessere schulische Kompetenzen, sie sind auch häufiger gesund als Kinder aus benachteiligten Familien. Zudem sind Kinder in Ländern mit höherer Ungleichheit häufiger gesundheitlich belastet, etwa durch ein höheres Risiko für Übergewicht oder schlechtere allgemeine Gesundheit. Deutschland liegt im Bereich der körperlichen Gesundheit mit Rang 15 von 41 im oberen Mittelfeld. Doch auch hier zeigt sich der Zusammenhang von körperlicher Gesundheit und dem Familieneinkommen und -vermögen: Der Großteil der Kinder aus dem wohlhabendsten Fünftel der Familien (79 Prozent) ist in sehr guter gesundheitlicher Verfassung. Bei den ärmsten Kindern sind es nur 58 Prozent.
Die neue internationale Studie belegt nun erneut, dass wirtschaftlich vergleichbare oder sogar schwächere Länder mit Blick auf das Wohlbefinden von Kindern deutlich besser abschneiden als Deutschland. Die Niederlande, Dänemark und Frankreich belegen die ersten drei Plätze. Aber auch in Ländern wie Portugal (Platz 4) und Litauen (Platz 7), mit zum Teil deutlich geringerer Wirtschaftskraft, wachsen Kinder insgesamt unter besseren Bedingungen auf. UNICEF Deutschland empfiehlt auf Basis der Studienergebnisse ein entschlossenes politisches Handeln, das Kinder mehr in den Mittelpunkt stellt.
Quelle: UNICEF Deutschland
