Folgestudie zu Jugend und Corona ist da
Die Corona-Pandemie ist vorbei, doch die psychischen Folgen bei jungen Menschen sind bis heute spürbar. Das zeigen die Ergebnisse aus dem fünften Durchlauf der Befragungsreihe zu Jugend und Corona (JuCo). Wissenschaftler*innen der Universität Hildesheim führen die Studie seit 2020 durch. Neben psychischen Belastungen haben sie auch nach Strategien zum Umgang mit Krisen gefragt.
„Die Befragung ist ein Instrument, um jungen Menschen Gehör zu verschaffen“, erklärt Dr. Severine Thomas, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim. Gemeinsam mit Mareike Daps hat sie die Studie durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen: Nach wie vor fühlen sich viele junge Menschen in Deutschland stärker psychisch belastet als vor der Pandemie Die Zahlen psychischer Erkrankungen gehen zwar langsam zurück, bleiben aber immer noch relativ hoch und über Vor-Pandemie-Niveau: „Viele junge Menschen haben die Belastungssymptomatik nicht abgelegt,“ erklärt Thomas. Auch Einsamkeit ist ein bedeutendes Thema für junge Menschen: Rund 30 Prozent der Befragten gaben während der Pandemie an, sich davon betroffen zu fühlen. Der Umgang der Politik mit der Pandemie hat junge Menschen zutiefst verunsichert und ihr Vertrauen in den Staat geschwächt. Weiterhin benennen die befragten jungen Menschen wachsende Geldsorgen und Zukunftsängste.
Dass junge Menschen sich so belastet fühlen, führt Thomas aus, sei auch eine wichtige Botschaft an Institutionen, die mit jungen Menschen arbeiten. Dazu gehörten die Kinder- und Jugendhilfe, Schulen, Sportvereine, aber eben auch die Universitäten. Die neuen Ergebnisse aus der Studie sollen dazu einladen, mit jungen Menschen ins Gespräch zu gehen und neue Konzepte zu entwickeln. Denn: Die Belastung junger Menschen durch Krisen wie Klimawandel, Naturkatastrophen und Krieg werde „sich nicht ‚von selbst‘ regulieren“. Stattdessen müssten Konzepte entwickelt werden, durch die junge Menschen auch in Krisenzeiten gleichberechtigt am Leben teilhaben können und mit ihren Sorgen ernst genommen werden.
Quelle: Universität Hildesheim
