Handlungsempfehlungen der Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ veröffentlicht
Die Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ hat am 24. Juni ihre Handlungsempfehlungen an Bundesbildungs- und – familienministerin Karin Prien übergeben. Die Empfehlungen zeigen Wege auf, wie Schutz, Befähigung und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt gelingen können. Sie bilden die Grundlage für die im Koalitionsvertrag vereinbarte Gesamtstrategie der Bundesregierung zum Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt.
Wie in der Debatte um ein Social-Media-Verbot spielen auch in den Handlungsempfehlungen die Verantwortung von Eltern und Familien, Schulen sowie weiteren Institutionen eine zentrale Rolle. So wird beispielsweise empfohlen, Projekte zum Austausch über Medienerziehung unter Eltern fortzuführen und auszubauen. Ausdrücklich genannt ist das Projekt Elterntalk, das bereits in mehreren Bundesländern umgesetzt wird. In Nordrhein-Westfalen wird Elterntalk NRW von der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (AJS) NRW getragen. Dabei betont das Papier: „Die alltagsnahen, niedrigschwelligen und bei Bedarf mehrsprachigen Gesprächsformate erreichen auch Eltern, die von institutionell gebundenen Formen der Elternbildung, sonst eher schlecht erreicht werden, und wirken so sozialer Ungleichheit in der Medienerziehung entgegen.“
Die insgesamt 56 Empfehlungen bauen auf der im April 2026 veröffentlichten Bestandsaufnahme auf. Die vollständigen Handlungsempfehlungen mit ausführlichen Problem- und Zielbeschreibungen werden bis Mitte Juli 2026 veröffentlicht. Der Abschlussbericht der Kommission, einschließlich der Ergebnisse der Kinder- und Jugendbeteiligung sowie der Beiträge aus den Fachanhörungen, folgt im September 2026.
Quelle: Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
