Kinder- und Jugendschutz für NRW

AJS-Newsletter

STRONG: Stark gegen Online-Gewalt und Cybergrooming | Regionaler Fachtag Köln

Mitmischen erwünscht! Kinder und Jugendliche in der Prävention von digitaler, sexualisierter Gewalt beteiligen

Cybergrooming ist eine ernstzunehmende Gefahr für Kinder und Jugendliche im digitalen Raum. Anonyme Täter:innen nutzen gezielt und manipulativ das Vertrauen junger Menschen aus, um Kontakt aufzubauen und sexualisierte Gewalt auszuüben. Doch trotz der schweren psychischen Folgen suchen viele Betroffene keine Hilfe – aus Scham, Angst und Schuldgefühlen. Dies liegt auch daran, dass die Perspektive junger Menschen selten mitgedacht wird. Aus ihrer Sicht bieten digitale Räume auch Möglichkeiten: selbstbestimmt Kontakte zu Gleichaltrigen knüpfen, Beziehungen gestalten und erste sexuelle Erfahrungen machen.

Die zahlreichen Risiken und Gefahren sind Kindern und Jugendlichen nicht von vorneherein bewusst. Umso mehr sind sie (online wie analog) auf geschützte Räume und verlässliche Rahmenbedingungen angewiesen, die wir als Erwachsene schaffen und verantworten müssen! Dabei gilt es, eine hinreichende Balance zwischen Schutz und Teilhabe zu finden: Junge Menschen sollen als Expert:innen ihrer eigenen Lebenswelt ernst genommen und ihre Perspektiven konsequent einbezogen werden.

 

Geplante Inhalte:

Der regionale Fachtag in Köln widmet sich der Frage, wie wir Kinder und Jugendliche aktiv an der Gestaltung geschützter Räume beteiligen können. Gemeinsam möchten wir in den Blick nehmen, was gelingende Beteiligung ausmacht, wie die Perspektive junger Menschen in Schutzkonzepte und Präventionsangebote einfließen kann. Dabei soll es auch darum gehen, wie Beteiligung nachhaltig im pädagogischen Alltag verankert werden kann.

 

Geplante Workshops
1. FlagCheck – Cybergrooming in Games methodisch begegnen
Ein kooperatives Spiel über Warnsignale in Chats.
In diesem Workshop werden Online-Games als möglicher Gefahrenort für Cybergrooming beleuchtet. Strategien von Täter:innen werden besprochen, Möglichkeiten für junge Menschen, sich zu schützen, sowie Wege, wie Fachkräfte sie dabei unterstützen können. Als Praxisbeispiel kommt die Methode „Flag-Check“ zum Einsatz – ein Kartenspiel der fjmk im Rahmen des Projekts STRONG. Das Spiel vermittelt anschaulich Täter:innen-Strategien in Games und zeigt wirksame Wege zum Selbstschutz auf.
Tobias Eichhorn, Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW (fjmk)
2. STRONG@jfc – Cybergrooming und KI
Basismodule zur Arbeit mit Jugendlichen zum Thema KI und Online-Gewalt.
Der Workshop behandelt Cybergrooming und Künstliche Intelligenz mit einem je nach Gruppe anpassbaren Baukastenprinzip für Theorie-, Praxis und Handlungsmethoden. Im Zentrum des Workshops steht nicht die Warnung, sondern die Ermächtigung gegen Cybergrooming und die Förderung von Reflexion und Austausch. Im Workshop werden Grundlagen zu KI vermittelt, Warnzeichen und Täter*innen-Strategien thematisiert sowie Reflektion und Vernetzung als Schutzwerkzeuge gestärkt.
Kilian Kuhlendahl, jfc Medienzentrum
3. Lasst mal reden über … Superhelden im Netz
Mit Jungen über Cybergrooming und Online-Gewalt ins Gespräch kommen.
Der Workshop beschäftigt sich mit der Thematik, wie man mit Jungen über Cybergrooming und Online-Gewalt ins Gespräch kommen kann. Im Rahmen von STRONG entstandene Methoden helfen, die Lebenswelt der Jungen zu verstehen und durch Gespräche das eigene Netzverhalten sowie die eigenen und fremden Grenzen zu reflektieren.
Bianca Rillinger, OT Ohmstraße Köln & nimm! Netzwerk Inklusion mit Medien
4. Netpower- Mädchen (und Jungs) stark im Netz
Reflektion über geschlechterspezifische Dynamiken von Social Media anregen.
In geschützten Räumen reflektieren die Jugendlichen geschlechterspezifische Dynamiken von Social Media – Mädchen setzen sich mit Schönheitsidealen und digitalem Vergleichsdruck auseinander, während Jungen Phänomene wie Manosphere und toxische Rollenbilder hinterfragen.
Angelehnt an die Empowerment- und Ausstiegsansätze von Netpower und X´it entdecken die Teilnehmenden manipulative Plattform-Mechanismen auf, stärken ihr Selbstwertgefühl abseits von Likes und erarbeiten konkrete Strategien für einen selbstbestimmten, suchtfreien Medienkonsum.
Tanja Schmitz-Remberg, Geschäftsführerin und Co-Founderin von Mediensuchtprävention NRW e.V.

 

Ausschreibung als PDF

 

Zielgruppe

Am 12. Oktober 2026 sind insbesondere Fachkräfte aus Köln und Umgebung eingeladen, die zum Thema „Prävention digitaler, sexualisierter Gewalt“ arbeiten oder arbeiten wollen. Neben fachlichen Inputs und Workshops wird es ausreichend Raum für Austausch und Vernetzung geben.

 

Veranstaltungsort

Quäker Nachbarschaftsheim e.V.
Kreutzerstraße 5-9
50672 Köln

Hinweise zur Anfahrt

 

Kosten

Die Veranstaltung ist kostenfrei. Eventuell anfallende Reisekosten tragen die Teilnehmenden.

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen des Projekts STRONG – Stark gegen Online-Gewalt und Cybergrooming. Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (MKJFGFI).

 

Anmeldung über den PC

Aus technischen Gründen bitten wir dringlich darum, Anmeldungen über einen PC vorzunehmen und von Tablets/Handys abzusehen.