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Aktuelles/ 02.11.2026

Jugend-Enquete-Kommission 2026 fordert Anlaufstelle für Opfer digitaler Gewalt

Wohin wendet man sich, wenn im Netz ein täuschend echtes, mit KI gefälschtes Video von einem selbst kursiert? Die Jugend-Enquete-Kommission 2026 (JEK26) fordert für solche Fälle eine zentrale, anonyme Anlaufstelle für Betroffene digitaler Gewalt. Diese und sechs weitere Forderungen aus ihrem Policy Paper (einem Positionspapier) „Fake News und KI: Gefahren für die Medienlandschaft“ stellten sie am Abend des 16. Oktober im Allianz Forum in Berlin vor. Rund 200 Gäste nehmen teil, darunter Vertreter*innen von Stiftungen, Verbänden und weiteren zivilgesellschaftlichen Organisationen sowie viele junge Menschen.

Die Anlaufstelle soll als bundesweites Online-Portal bei der Bundesnetzagentur entstehen. Sie soll Meldungen entgegennehmen und an bestehende Angebote wie HateAid, die Nummer gegen Kummer oder den Weißen Ring weitervermitteln, statt eine eigene Beratung aufzubauen.

Zugleich soll die Stelle als sogenannter Trusted Flagger arbeiten, also als vertrauenswürdige Hinweisgeberin nach dem Digital Services Act der EU. Meldet sie problematische Inhalte, müssen Plattformen diese vorrangig prüfen.

Auch die Bundesregierung will Betroffenen den Weg zu Hilfe erleichtern. In ihren Eckpunkten vom 14. Oktober kündigt sie an, sich bei den Ländern für eine Kinder-Online-Wache einzusetzen, eine kindgerechte Variante der bestehenden Online-Wachen der Länder. Die Anlaufstelle der Kommission setzt breiter an: Sie soll Betroffenen jeden Alters offenstehen und problematische Inhalte als Trusted Flagger direkt an die Plattformen melden.

Die Jugend-Enquete-Kommission e. V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich seit 2021 für eine stärkere, strukturell verankerte Beteiligung junger Menschen an politischen Entscheidungsprozessen einsetzt. Kern der Arbeit ist die jährliche Organisation einer Jugend-Enquete-Kommission zu gesellschaftlich relevanten Themen. Die Ergebnisse werden in Form von Policy Papers veröffentlicht und an Vertreter:innen aus Politik und Gesellschaft übergeben.

Quelle: Jugend-Enquete-Kommission